Ein kleines Gedicht
Veröffentlicht am 1. Mrz 2010 von I.Dralle
DIE ZEIT
Sie kommt, um zu geh’n, rieselt wie der Sand
gnadenlos durch uns’re Hand.
Sie kommt, um zu geh’n, stellt ihre Fragen,
nimmt und gibt an allen Tagen.
Nichts hält sie auf, sie gleitet dahin,
mal hat sie viel, mal wenig Sinn,
sie schleicht davon, fast unbemerkt,
hat uns gebeutelt und gestärkt,
Läßt uns vergessen manches Leid,
heilt Wunden nach gewisser Zeit,
ist die, mit der man sich verband,
und eine, die man nicht verstand.
Sie schenkt uns Muße, schenkt uns Glück,
verzehrt den schönsten Augenblick,
macht alt und bleibt doch ewig jung,
ist die Zukunft und Erinnerung.
Sie kommt und rieselt durch die Hand,
gnadenlos wie dünner Sand.
Vielleicht tut’s ihr ja selber leid-
es ist halt die ZEIT.
Gudrun Martin
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