Wasser – das umkämpfte Gold
Veröffentlicht am 19. Feb 2009 von K.Urban
Goslar-Seminar 16.02. – 18.02.2009
’3-Tages-Seminar rund ums Wasser mit Exkursion’
Anmeldung: bis zum 20.12.2008 bei Brigitta Plagge
Veranstaltungsort: Haus am Steinberg, Goslar
Seminarbericht:
Der anhaltende Winter brachte Wasser in Form von Schnee, als die Landfrauen der Kreisverbände Gifhorn Nord und Süd ihr diesjähriges Jahresseminar starteten, das sie zusammen mit der Kreisarbeitsgemeinschaft der LEB (Ländliche Erwachsenenbildung) Gifhorn organisiert hatten.
Im Mittelpunkt des Interesses stand das Wasser – unverzichtbares Lebensmittel für Mensch, Tier und Pflanze.
Der Auftakt begann mit einer Exkursion zur Granetalsperre. Das Granesystem aus Wasserwerk und Talsperre bildet heute den zentralen und größten Teil der Wasserversorgung aus dem Harz. Hieraus werden weite Gebiete wie Braunschweig, Bremen, Hannover, Hildesheim und auch das VW-Werk Wolfsburg vollständig mit hochwertigem Trinkwasser beliefert.
Den folgenden Teil bestritten die Referenten Dr. Heinz Sourell vom Heinrich v. Thünen Institut Braunschweig und PD Dr. Thomas Dockhorn vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft der TU Braunschweig. Ersterer schlug einen Bogen von wassersparenden Technologien über die Nutzung verschiedener Bewässerungssysteme hin zur Bedeutung der Ressource Wasser global und lokal.
Dr. Dockhorn ging auf die internationalen Entwicklungen im Bereich der Wassernutzung und dem daraus entstehenden Konfliktpotential ein. Dabei beleuchtete er intensiv die Bedeutung der Abwasserwirtschaft, deren Potentiale bei weitem nicht genutzt werde – weder ökonomisch noch ökologisch.
Mit dem entwicklungspolitisch wichtigen Thema „ Konflikte um Wasser am Beispiel Tansania“ schloss die Referentin Dipl.Ing. Sigrid Pessel vom DED (Deutscher Entwicklungsdienst) und der Organisation „Bildung trifft Entwicklung“ das Seminar ab. Sie legte am Beispiel eigener Erfahrungen als Entwicklungshelferin anschaulich dar, wie Ressourcen wie Wasser und Einkommen auf den Weltkontinenten verteilt sind und berichtete über Probleme und Lösungsmöglichkeiten bei der globalen Wasserversorgung. Dabei gilt es, das Milleniumsziel der UN – Versorgung der Weltbevölkerung mit Trinkwasser – unbedingt weiter zu verfolgen und zu erreichen.
Den Teilnehmerinnen wurde dabei überdeutlich, dass Wasser kein Rohstoff, sondern ein Menschenrecht ist. Sauberes Wasser muss alles Menschen erschwinglich zur Verfügung stehen und als Grundrecht in der Menschenrechtscharta der UN verankert werden. Darüber hinaus ist äußerst kritisch zu hinterfragen, ob die Privatisierung der Wasserversorgung dazu beitragen wird, alle Menschen mit Trinkwasser zu erschwinglichen Preisen zu versorgen.
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